Vom 8. bis zum 12. Juni machten sich 36 Schülerinnen und Schüler des achten Jahrgangs gemeinsam mit drei begleitenden Lehrkräften auf nach Frankreich. Fünf Tage lang stand die französische Sprache nicht mehr nur an der Tafel, sondern auf Straßenschildern, Speisekarten und in den Gesprächen an der Boulangerie-Theke. Reims und Paris bildeten dabei zwei sehr unterschiedliche, sich aber wunderbar ergänzende Pole der Reise.
Ankunft in der Krönungsstadt
Nach der langen Anfahrt erreichte die Gruppe am Montagnachmittag Reims, die historische Krönungsstadt der französischen Könige. Nachdem die Zimmer in der Unterkunft bezogen waren, ging es zu einem ersten gemeinsamen Erkunden der Innenstadt – ein erstes Eintauchen in französischen Alltag, Cafészenen und das Treiben rund um die Place Drouet d'Erlon.
Rosa Kekse und gotische Pracht
Der Dienstag stand ganz im Zeichen der Stadt Reims. Am Vormittag besuchte die Gruppe die traditionsreiche Biscuiterie Fossier, in der seit 1756 die berühmten biscuits roses de Reims gebacken werden. Eine Verkostung durfte selbstverständlich nicht fehlen. Am Nachmittag folgte das wohl beeindruckendste Bauwerk der Stadt: die gewaltige Kathedrale Notre-Dame de Reims, in der einst über 30 französische Könige gekrönt wurden. Im Rahmen der Besichtigung wurden die 81 Meter hohen Westtürme bestiegen, von denen aus sich ein weiter Blick über Reims und die umliegende Champagne bot. Besonders eindrucksvoll auch der Dachstuhl: Der ursprüngliche Eichendachstuhl aus dem 15. Jahrhundert war im Ersten Weltkrieg infolge deutschen Artilleriebeschusses ausgebrannt und wurde beim Wiederaufbau ab 1919 durch eine bemerkenswerte Konstruktion aus Stahlbeton ersetzt – ein stiller, aber sehr greifbarer Hinweis auf die wechselvolle deutsch-französische Geschichte, die hier ihre Spuren hinterlassen hat.
Vom Sonnenkönig nach Montmartre
Am Mittwoch hieß es früh aufstehen: Auf dem Programm stand Versailles. Der Prunk des Sonnenkönigs Ludwig XIV., die beeindruckenden Reflexionen der Spiegelgalerie und die weitläufigen Gartenanlagen sorgten für staunende Gesichter. Am Nachmittag wechselte die Kulisse abrupt: Vom barocken Versailles ging es weiter nach Paris-Montmartre, in das Künstlerviertel auf dem Hügel über Paris. In Kleingruppen erkundeten die Jugendlichen im Rahmen einer Foto-Rallye die verwinkelten Gassen, die Place du Tertre mit ihren Porträtmalern und natürlich die strahlend weiße Basilika Sacré-Cœur.
Paris an einem Tag
Auch der Donnerstag gehörte ganz der Hauptstadt. Am Vormittag wurde der Eiffelturm bestiegen – zu Fuß, immerhin 674 Treppenstufen bis zur zweiten Etage. Die Belohnung: ein grandioser Rundblick über Paris bei strahlendem Wetter. Anschließend führte ein langer Spaziergang quer durch das historische Zentrum der Stadt: vorbei am Trocadéro und über die Seine, über die weite Place de la Concorde mit ihrem ägyptischen Obelisken, durch die Gärten der Tuilerien, und am Louvre vorbei mit seiner berühmten Glaspyramide. Weiter ging es entlang des Seineufers bis hinüber zur Île de la Cité, wo die wiedereröffnete Kathedrale Notre-Dame de Paris bewundert wurde, ehe das Quartier Latin mit seinen engen Gassen, Buchhandlungen und Cafés zum verdienten Verweilen einlud.
Sprache lebt vom Sprechen
Neben dem Besichtigungsprogramm war es vor allem das Drumherum, das die Fahrt zu einer besonderen Erfahrung machte: das eigenständige Bestellen im Café, das Einkaufen, das mühsame, aber stolze Aushandeln eines Preises auf dem Markt – oft mit Händen und Füßen, aber immer mit dem ehrlichen Versuch, das im Unterricht Gelernte anzuwenden. Gerade in solchen Momenten zeigt sich, wozu Fremdsprachenunterricht eigentlich da ist: nicht für den nächsten Vokabeltest, sondern für die Begegnung mit Menschen einer anderen Sprache und Kultur.
Müde, aber bereichert
Am Freitagmorgen hieß es Koffer packen und Abschied nehmen. Was bleibt, sind unzählige Eindrücke, neue Lieblingsorte, viele gemeinsame Erlebnisse und nicht zuletzt die Erkenntnis, dass Französisch tatsächlich super funktioniert, wenn man es nur ausprobiert.
Ein herzlicher Dank gilt allen, die diese Fahrt möglich gemacht haben – den Schülerinnen und Schülern für ihr tolles Mitmachen, den Eltern für ihr Vertrauen, der Schulleitung für die Unterstützung und den begleitenden Kolleginnen und Kollegen für ihren unermüdlichen Einsatz.
Merci, Paris. Merci, Reims. À la prochaine!
